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Google stellt im September deine Suchkampagnen auf AI Max um. Bevor Google breiter sucht, muss es die richtigen Bestellungen sehen.

Im Laufe des September 2026 stellt Google Suchkampagnen, die weitgehend passende Keywords auf Kampagnenebene oder automatisch erstellte Assets nutzen, von allein auf AI Max um. Danach zeigt Google deine Anzeigen auch für Suchanfragen, die nicht in deiner Keyword-Liste stehen. Welche das sind, entscheidet Google anhand der Bestellungen, die es in deinem Werbekonto sieht. Wenn diese Zahlen falsch sind, sucht Google ab jetzt in die falsche Richtung.

Fabian Weiss, Gründer von FW Delta Fabian Weiss
17. Sep 2026 7 Min Read

Kernaussagen

  • Google stellt im Laufe des September 2026 Suchkampagnen mit weitgehend passenden Keywords auf Kampagnenebene und Kampagnen mit automatisch erstellten Assets auf AI Max um. Die Suchbegriffserweiterung ist danach standardmäßig an. Dynamische Suchanzeigen folgen erst ab Februar 2027.
  • AI Max sucht über deine Keywords hinaus nach Anfragen, die Google für passend hält. Passend heißt: Sie führen zu den Bestellungen, die Google in deinem Werbekonto sieht. Doppelt gezählte, fehlende oder wertlose Bestellungen lenken die Erweiterung in die falsche Richtung.
  • Drei Prüfungen vor der Umstellung: Zählt jede Bestellung genau einmal, kommt der Betrag mit und weiß Google, welche Anfragen für dich wertlos sind.

Was Google im September umstellt

Google hat es in einem Beitrag vom April angekündigt und im Juni nachgeschärft: Drei ältere Funktionen in Suchkampagnen gehen in AI Max auf. Kampagnen, bei denen weitgehend passende Keywords auf Kampagnenebene eingeschaltet sind, bekommen AI Max mit eingeschalteter Suchbegriffserweiterung. Kampagnen mit automatisch erstellten Assets bekommen zusätzlich die Textanpassung, bei der Google Anzeigentexte selbst schreibt. Beides passiert im Laufe des September 2026, ohne dass du etwas anklickst.

Die dritte Funktion, dynamische Suchanzeigen, sollte im selben Monat folgen. Das hat Google im Juni auf Februar 2027 verschoben. Wer dynamische Suchanzeigen nutzt, hat also noch Zeit. Wer weitgehend passende Keywords oder automatisch erstellte Assets nutzt, hat sie nicht mehr.

Google empfiehlt, die Umstellung selbst vorzunehmen, um die Einstellungen in der Hand zu behalten. Ein Knopf zum Verschieben steht in der Ankündigung nicht. Nach der Umstellung kannst du die Suchbegriffserweiterung in den Einstellungen der Kampagne wieder ausschalten. Von allein bleibt sie an.

Warum das Tracking dabei entscheidet

Die Suchbegriffserweiterung tut, was der Name sagt: Google zeigt deine Anzeige für Suchanfragen, die nicht in deiner Keyword-Liste stehen, wenn Google sie für passend hält. Passend ist dabei kein sprachliches Urteil. Passend heißt, dass ähnliche Anfragen in der Vergangenheit zu dem geführt haben, was in deinem Werbekonto als Bestellung zählt.

Das ist der Punkt, an dem aus einer Einstellung in Google Ads eine Frage an dein Tracking wird. Google lernt aus den Bestellungen, die es sieht. Nicht aus denen, die dein Shop hat.

Wenn dein Werbekonto jede Bestellung doppelt zählt, weil eine App und der Tag Manager beide melden, sieht Google doppelt so viele Erfolge wie es gibt und erweitert mutiger als es sollte. Wenn seit dem Schnitt bei Shopify am 26. August die Hälfte der Bestellungen fehlt, lernt Google aus der Hälfte. Wenn die Bestellung ohne Betrag ankommt, ist für Google ein Gutschein über fünf Euro so viel wert wie ein Auftrag über fünfhundert. Und wenn die Anmeldung zum Newsletter als primäre Conversion zählt, sucht AI Max ab jetzt Leute, die sich für Newsletter anmelden.

Der Kern in einem Satz

AI Max erweitert deine Kampagnen in die Richtung der Bestellungen, die Google sieht. Bevor Google breiter sucht, muss dein Werbekonto jede Bestellung genau einmal, mit Betrag und nur die richtigen sehen.

Prüfung eins: Zählt jede Bestellung genau einmal?

Öffne unter Ziele die Liste der Conversion-Aktionen. Dort darf für die Bestellung genau eine Aktion als primär gelten. Wenn dort zwei Einträge für den Kauf stehen und beide primär sind, etwa einer aus der Shop-App und einer aus dem Tag Manager, zählt Google jede Bestellung doppelt. Vor der Umstellung war das ein Schönheitsfehler in der Statistik. Nach der Umstellung ist es die Grundlage, auf der Google neue Suchanfragen auswählt.

Der Test dafür ist ein echter Testkauf mit einem Gutscheincode über 100 Prozent. Danach siehst du in der Spalte “Conversions nach Conversion-Zeit”, wie oft die eine Bestellung angekommen ist. Die Antwort muss eins sein. Was beim Umbau des Tag Managers für die doppelte Bestellung gilt, gilt hier genauso.

Prüfung zwei: Kommt der Betrag mit?

Ohne Betrag optimiert Google Ads auf Anzahl. Mit der Suchbegriffserweiterung heißt das: Google findet die Suchanfragen, die am häufigsten zu irgendeiner Bestellung führen. Das sind selten die, die am meisten Umsatz bringen. Kleine Bestellungen sind leichter zu bekommen als große.

Öffne die Conversion-Aktion für die Bestellung und sieh nach, ob bei Wert “Unterschiedliche Werte verwenden” steht und ob in den letzten Wochen Umsatz angekommen ist. Wenn dort ein fester Wert steht oder der Umsatz seit Wochen bei null liegt, fehlt der Betrag. Betrag, Währung und Bestellnummer kommen aus deinem Shop-System, egal ob der Browser oder der Server die Bestellung meldet. Ein Klick auf einen Button, wie ihn das neue visuelle Tagging anbietet, kann den Betrag nicht kennen.

Prüfung drei: Weiß Google, was für dich wertlos ist?

Google kennt dein Geschäft nicht. Es kennt Klicks und Bestellungen. Drei Stellen sagen Google, wo es nicht suchen soll.

Die auszuschließenden Keywords gelten auch für die Suchbegriffserweiterung. Was in deiner Liste steht, bekommt AI Max nicht. Wenn du bisher nur Kampagnen mit genau passenden Keywords hattest, ist die Liste vermutlich kurz. Jetzt braucht sie Fremdmarken, Gratis-Anfragen, Stellensuchen und alles, was Leute suchen, die nie kaufen.

Die Markenregeln in AI Max legen fest, für welche Marken deine Anzeige erscheinen darf. Wer Markenprodukte verkauft, will das oft. Wer als Dienstleister neben dem Marktführer erscheint, meist nicht.

Der Bericht zu den Suchbegriffen ist nach der Umstellung wichtiger als jede andere Ansicht im Werbekonto. Dort steht, welche Anfragen die Erweiterung tatsächlich gefunden hat. In den ersten Wochen gehört er einmal pro Woche gelesen, mit einem Finger auf der Ausschlussliste.

Und dann die Frage, die niemand stellt: Welche Conversion-Aktionen zählen überhaupt als primär? Wenn neben der Bestellung auch die Newsletter-Anmeldung, der Klick auf die Telefonnummer und der Aufruf der Kontaktseite primär sind, optimiert Google auf den Durchschnitt aus allem. Nur die Bestellung und die echte Anfrage gehören primär. Alles andere ist sekundär, damit du es sehen kannst, ohne dass Google darauf steuert.

Was du konkret tun kannst

  • In der Liste der Kampagnen nachsehen, wo weitgehend passende Keywords auf Kampagnenebene oder automatisch erstellte Assets eingeschaltet sind. Das sind die Kampagnen, die Google im September umstellt.
  • Einen Testkauf machen und in der Spalte “Conversions nach Conversion-Zeit” prüfen, dass er genau einmal und mit Betrag ankommt.
  • Die Ausschlussliste vor der Umstellung erweitern und den Bericht zu den Suchbegriffen in den ersten vier Wochen jede Woche lesen.
  • Wenn du nicht sicher bist, ob Google in deinem Konto die richtigen Bestellungen sieht: Der Tracking-Check prüft mit echtem Testkauf, welche Bestellungen wie oft und mit welchem Betrag ankommen. Du bekommst in zwei Werktagen einen Befund, in dem steht, was Google gerade lernt und was davon falsch ist.
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