Google hat am 9. September den alten Zugang zur Werbeschnittstelle abgeschaltet. Wenn ein Werkzeug deine Bestellungen an Google Ads meldet, prüf jetzt, ob sie noch ankommen.
Am 9. September 2026 hat Google die Entwickler-Token für die Google Ads API abgeschaltet. Schon seit Juni nimmt die alte Schnittstelle von neuen Verbindungen keine Bestellungen aus dem Shop-System und keine Anfragen mit Kundendaten mehr an. Beides betrifft nicht dich, sondern die Werkzeuge, die im Hintergrund für dich Bestellungen ins Werbekonto laden. Genau deshalb merkst du es erst, wenn die Zahlen fehlen.
Kernaussagen
- Seit dem 9. September 2026 entscheidet nicht mehr ein Entwickler-Token über den Zugang zur Google Ads API, sondern das Google-Cloud-Projekt, aus dem sich ein Werkzeug anmeldet. Bestehende Zugänge hat Google nach der Nutzung der 90 Tage davor übertragen.
- Seit Juni 2026 nimmt die Google Ads API von neuen Verbindungen keine Bestellungen aus dem Shop-System und keine Anfragen mit Kundendaten mehr an. Der Weg dafür ist die Data Manager API.
- Betroffen sind Werkzeuge, die niemand täglich ansieht: CRM-Verbindungen, Import-Skripte einer Agentur, Automatisierungen. Ob sie noch melden, siehst du im Werbekonto an der Conversion-Aktion, nicht am Werkzeug.
Was Google am 9. September abgeschaltet hat
Jedes Werkzeug, das mit deinem Werbekonto spricht, brauchte bisher einen Entwickler-Token. Diesen Schlüssel hat Google am 9. September 2026 abgeschaltet. Die Dokumentation zur Google Ads API nennt das Datum und den Ersatz: Der Zugang hängt jetzt am Google-Cloud-Projekt, aus dem sich ein Werkzeug anmeldet. Die drei Stufen Test, Basic und Standard gibt es weiter, sie kleben nur an einer anderen Stelle.
Google hat die Umstellung selbst erledigt. Wer in den 90 Tagen vor dem 9. September über die Schnittstelle Daten geschickt hat, dessen Projekt hat die alte Stufe automatisch bekommen. Der Code läuft unverändert weiter, den alten Schlüssel ignoriert Google einfach. Für neue Anträge auf Basic oder Standard verlangt Google seitdem eine Markenprüfung des Projekts.
Der Satz mit den 90 Tagen ist der wichtige. Ein Werkzeug, das nur einmal im Quartal Bestellungen hochlädt oder das den Sommer über pausiert hat, hatte in diesem Fenster keine Nutzung. Dann hat Google nichts übertragen und das Werkzeug meldet sich seit dem 9. September an einem Projekt an, das keinen Zugang hat.
Der zweite Schnitt liegt schon im Juni
Für Shops und Dienstleister ist ein zweites Datum wichtiger. Seit Juni 2026 nimmt die Google Ads API von neuen Verbindungen keine hochgeladenen Bestellungen aus dem Shop-System oder CRM mehr an und keine Anfragen mit Kundendaten für den Abgleich. Google beschreibt das in der Hilfe zu den Änderungen an erweiterten Conversions: Der Weg für solche Uploads ist die Data Manager API. Verbindungen, die zwischen Januar und Juni 2026 nicht aktiv waren, bekommen keinen Bestandsschutz.
Im selben Schritt hat Google die erweiterten Conversions für die Website und für Anfragen zu einer Einstellung zusammengelegt. Wer die Bedingungen für Kundendaten schon angenommen hatte, musste nichts tun. Wer sie nie angenommen hat, hat die Einstellung seitdem nicht.
Was das für dich bedeutet: Der Upload deiner Bestellungen ist nicht mehr eine Funktion, die eine Agentur einmal einrichtet und die dann läuft. Er hängt an einem Google-Cloud-Projekt, an einer Zugangsstufe, an einer angenommenen Vereinbarung und seit Juni an einer anderen Schnittstelle als vor einem Jahr.
Warum du davon nichts merkst
Werkzeuge, die Bestellungen hochladen, laufen im Hintergrund. Wenn der Upload scheitert, schreibt das Werkzeug eine Fehlermeldung in ein Protokoll, das niemand liest. Das Werbekonto zeigt keine Warnung. Es zeigt nur weniger Bestellungen.
Und auch das nicht sofort. Google Ads ordnet eine hochgeladene Bestellung dem Tag des Klicks zu, nicht dem Tag des Uploads. Wir haben das nach dem Schnitt bei Shopify beschrieben: Die Lücke schmiert sich über die Tage vor dem Ausfall und sieht aus wie ein sanft sinkender Trend. Bei Anfragen aus dem CRM, die oft erst Wochen nach dem Klick zum Auftrag werden, ist der Effekt noch langsamer. Der Eindruck ist dann: Die Kampagne bringt weniger Aufträge. Tatsächlich meldet nur niemand mehr die Aufträge.
Der Kern in einem Satz
Wenn ein Werkzeug deine Bestellungen oder Anfragen an Google Ads hochlädt, hängt es seit dem 9. September an einem Google-Cloud-Projekt und seit Juni an der Data Manager API. Ob beides stimmt, siehst du nur an den Zahlen im Werbekonto.
In zehn Minuten prüfen, ob es dich trifft
Du brauchst dafür keinen Zugang zum Werkzeug. Du brauchst dein Werbekonto und die Bestellungen aus deinem Shop oder CRM.
- Die Liste der Conversion-Aktionen unter Ziele und dann Conversions. Jede Aktion hat eine Quelle. Alles, was dort als Import oder Upload steht, kommt über die Schnittstelle. Steht bei so einer Aktion der Status “Keine aktuellen Conversions”, ist seit sieben Tagen nichts angekommen.
- Bestellungen pro Tag aus dem Shop oder CRM seit dem 1. August, daneben die Spalte “Conversions nach Conversion-Zeit” für die importierte Aktion. Vor dem 9. September und vor dem Juni sollte der Anteil stabil sein. Wenn er an einem der beiden Daten kippt, hat es dich getroffen.
- Der Data Manager unter Tools. Dort stehen die verbundenen Datenquellen und wann zuletzt etwas angekommen ist. Wenn das Werkzeug deiner Agentur dort nicht auftaucht, lädt es über den alten Weg hoch oder gar nicht.
Danach eine Frage an die Agentur oder den Anbieter des Werkzeugs, in genau dieser Form: Über welches Google-Cloud-Projekt meldet sich das Werkzeug an, wem gehört dieses Projekt und läuft der Upload über die Data Manager API? Wer diese drei Dinge nicht in einem Satz beantworten kann, weiß nicht, ob es noch läuft.
Was jetzt zu tun ist
Wenn der Upload noch ankommt: Dann hat Google den Zugang übertragen und du hast Zeit. Nutze sie für die Frage, wem das Projekt gehört. Wie beim Tag Manager gilt: Der Zugang gehört in dein Google-Konto, nicht in das einer Agentur. Wenn die Agentur wechselt, wechselt sonst der Zugang zu deinen Bestellungen mit. Und sorge dafür, dass das Werkzeug regelmäßig etwas schickt. Google hat die Stufe nach der Nutzung übertragen, Google kann sie nach Nichtnutzung auch wieder einschränken.
Wenn der Upload seit Juni oder seit dem 9. September fehlt: Dann muss das Werkzeug auf die Data Manager API umziehen. Das ist keine Einstellung, das ist eine Umstellung. Drei Dinge gehören dabei von Anfang an hinein: die Bestellnummer als Kennung, damit Google nichts doppelt zählt, wenn dieselbe Bestellung auch vom Browser gemeldet wird. Der Betrag mit Währung, damit Google Ads auf Umsatz und nicht auf Anzahl optimiert. Und die Antwort deines Cookie-Banners, denn die Data Manager API verlangt bei jeder Bestellung die Angabe, ob der Kunde der Nutzung seiner Daten für Werbung zugestimmt hat.
Die Bestellungen, die seit dem Ausfall nicht gemeldet wurden, kommen nicht nach. Google Ads nimmt Uploads nur für Klicks an, die nicht zu weit zurückliegen und dein Werkzeug hat die Klick-Kennung der alten Bestellungen meist nicht mehr. Wichtiger ist, was ab jetzt passiert: Jeder Tag ohne Meldung ist ein Tag, an dem Google dein Budget nach Zahlen verteilt, die es nicht gibt.
Was du konkret tun kannst
- Die Conversion-Aktionen mit Quelle Import oder Upload durchsehen und den Status prüfen. Das dauert zwei Minuten.
- Bestellungen aus dem Shop oder CRM seit dem 1. August neben die Spalte “Conversions nach Conversion-Zeit” legen und auf die beiden Daten achten.
- Die drei Fragen an die Agentur stellen: Welches Projekt, wem gehört es, welche Schnittstelle.
- Wenn du nicht weißt, welches Werkzeug bei dir überhaupt hochlädt und ob es noch ankommt: Der Tracking-Check nimmt jeden Weg auseinander, auf dem eine Bestellung oder Anfrage ins Werbekonto kommt, vom Browser bis zum Upload. Du bekommst in zwei Werktagen einen Befund, in dem steht, was fehlt und was es kostet, das zu beheben.
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