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Google Analytics kann seit dem 21. September fremde Domains aussperren. Was einmal ausgesperrt ist, kommt nicht zurück.

Seit dem 21. September 2026 gibt es in Google Analytics einen Datenfilter, der nur noch Daten von Domains annimmt, die du eingetragen hast. Er räumt fremde Seiten, kopierte Container und Spam aus deiner Property. Er löscht aber auch alles, was von einer Domain kommt, die du vergessen hast. Und zwar endgültig. Deshalb gehört der Filter erst in den Testmodus.

Fabian Weiss, Gründer von FW Delta Fabian Weiss
24. Sep 2026 7 Min Read

Kernaussagen

  • Seit dem 21. September 2026 gibt es in Google Analytics Datenfilter, die nur noch Ereignisse von eingetragenen Domains annehmen. Ereignisse ohne Hostnamen blockiert der Filter von allein. Was vom Server über das Measurement Protocol kommt, bleibt unberührt.
  • Ein aktiver Datenfilter wirkt endgültig. Was er aussperrt, wird nie verarbeitet und taucht weder in Google Analytics noch im Export nach BigQuery auf.
  • Vor dem Aktivieren gehört der Filter in den Testmodus. Dort siehst du, welche Domains du vergessen hast: die Kasse, den Buchungsdienst, die Sprachversion, die Landingpage-Software.

Was seit dem 21. September neu ist

Google hat in den Neuerungen zu Google Analytics am 21. September 2026 einen neuen Datenfilter angekündigt: eine Liste erlaubter Domains. Bisher konntest du seit Juni einzelne Domains ausschließen. Jetzt kannst du es umdrehen und sagen, dass nur noch Ereignisse von den Domains zählen, die du einträgst. Alles andere verwirft Google, bevor es verarbeitet wird.

Zwei Sätze aus der Ankündigung sind wichtig. Erstens: Ereignisse ohne Hostnamen blockiert der Filter von allein, weil ein fehlender Hostname fast immer Spam bedeutet. Zweitens: Auf Ereignisse, die über das Measurement Protocol vom Server kommen, wird der Filter nicht angewendet. Was dein eigener Server meldet, kommt weiter an. Was ein fremder Server mit deiner Kennung meldet, auch.

Die Grundregeln stehen in der Hilfe zu den Datenfiltern. Eine Property kann bis zu zehn Datenfilter haben. Alle aktiven Filter für erlaubte Domains werden als Gruppe zuerst angewendet, danach die Filter zum Ausschließen. Und der Satz, um den es in diesem Artikel geht: Wenn ein Datenfilter aktiv ist, ist seine Wirkung auf die Daten endgültig.

Warum es diesen Filter gibt

In fast jeder Property, die ein paar Jahre alt ist, stecken Daten, die nicht von deiner Website kommen. Eine Agentur hat dein Theme für einen anderen Kunden kopiert und die Kennung vergessen. Eine Entwicklerin hat die Testumgebung mit demselben Tag laufen lassen. Ein Spam-Skript schickt Ereignisse an tausende Kennungen, in der Hoffnung, dass jemand den Verweis anklickt.

Das Ergebnis siehst du in den Zahlen, ohne zu wissen, woher es kommt: Besuche, die nie eine Bestellung abschließen, Seiten, die es auf deiner Website nicht gibt, ein Absprung, der schlechter aussieht als er ist. Wer Google Ads über Google Analytics füttert, gibt diese Daten weiter. Der neue Filter räumt das auf, an der einzigen Stelle, an der es sicher geht: bevor die Daten in der Property landen.

Warum er gefährlich ist

Das Problem ist die Endgültigkeit. Ein Filter für erlaubte Domains sperrt alles aus, was nicht auf der Liste steht. Und die Liste ist fast immer zu kurz, weil eine Website aus mehr Domains besteht, als ihr Besitzer denkt.

  • Die Kasse eines Zahlungsanbieters oder eines Shop-Systems, wenn sie auf einer eigenen Domain läuft.
  • Ein Buchungs- oder Terminwerkzeug auf einer Subdomain.
  • Die englische Version auf einer anderen Domain oder die alte Domain, die noch weiterleitet und dabei kurz misst.
  • Landingpages, die in einer Landingpage-Software liegen und die Kennung deiner Property tragen.
  • Die Vorschau deiner Agentur auf einer Testdomain, die du bewusst nicht mehr sehen willst, deren Ereignisse aber bisher in deinen Zahlen steckten.

Jede Domain, die fehlt, ist ab dem Moment der Aktivierung weg. Nicht ausgeblendet, sondern nie verarbeitet. Der Bericht zeigt eine Lücke, die kein Knopf schließt. Wenn die Kasse fehlt, fehlen die Bestellungen. Das sieht dann aus wie der Schnitt bei Shopify, nur selbst gemacht.

Google hat bisher nicht dokumentiert, ob Subdomains automatisch zu einer eingetragenen Domain gehören. Bis das klar ist, gilt: Jede Subdomain einzeln eintragen und im Testmodus prüfen, was durchkommt.

Der Kern in einem Satz

Der neue Filter räumt fremde Daten aus deiner Property, aber er löscht auch alles, was von einer vergessenen Domain kommt. Und zwar für immer. Erst der Testmodus, dann der Schalter.

So gehst du vor

Google sieht für Datenfilter drei Zustände vor: Testen, Aktiv und Inaktiv. Der erste ist der, der dich vor dem Fehler bewahrt.

  1. Die eigenen Domains aus den Daten holen, nicht aus dem Kopf. Lege in den explorativen Analysen eine Tabelle mit der Dimension Hostname und der Anzahl der Ereignisse für die letzten 90 Tage an. Was dort steht, hat in den letzten drei Monaten gemessen. Bei jeder Zeile entscheidest du: gehört zu mir, gehört nicht zu mir, weiß ich nicht. Die dritte Gruppe ist die, die den Filter aufhält, bis sie geklärt ist.
  2. Den Filter im Testmodus anlegen. Unter Verwaltung, Datenerhebung und -bearbeitung und dann Datenfilter. Alle Domains eintragen, die zu dir gehören, den Zustand auf Testen lassen.
  3. Eine Woche warten und nachsehen. Im Testmodus markiert Google jedes Ereignis, das der Filter aussperren würde, mit der Dimension “Name des Test-Datenfilters”. Eine Tabelle mit dieser Dimension und dem Hostnamen zeigt dir, was du verloren hättest. Eine Woche deshalb, weil manche Domain nur am Wochenende oder am Monatsende misst.
  4. Erst dann auf Aktiv stellen. Und im Kalender notieren, wann. Wenn in den Berichten ab diesem Tag etwas fehlt, weißt du, wo du suchen musst.

Was der Filter nicht kann: Ereignisse vom Server unterscheiden. Alles, was über das Measurement Protocol kommt, geht am Filter vorbei. Das ist gewollt, damit deine eigenen Meldungen vom Server nicht verloren gehen. Es heißt aber auch, dass Spam über diesen Weg weiter ankommt. Dagegen hilft nur der geheime Schlüssel des Measurement Protocol, den du wechselst, wenn er irgendwo öffentlich geworden ist.

Nebenbei: die Zeitfenster für Bestellungen seit August

Seit dem 11. August 2026 kannst du in Google Analytics einstellen, wie lange nach einem Klick eine Bestellung noch der Anzeige zugerechnet wird. Für Klicks sind jetzt ein bis 90 Tage frei wählbar, vorher gab es nur feste Stufen. Für angesehene Videoanzeigen sind es ein bis 30 Tage, vorher waren es fest drei. Die Einstellung liegt unter Werbung, Conversion-Verwaltung und dann Einstellungen.

Zwei Dinge dazu. Die Einstellung verändert die Zurechnung in den Werbeberichten von Google Analytics, nicht die in deinem Werbekonto. Dort hat jede Conversion-Aktion ihr eigenes Fenster. Und wer das Fenster ändert, kann die Monate davor nicht mehr mit den Monaten danach vergleichen. Auch das gehört in den Kalender.

Was du konkret tun kannst

  • Die Hostnamen der letzten 90 Tage in einer Tabelle ansehen und jede Zeile zuordnen. Das dauert eine Viertelstunde und zeigt dir, wie viel fremde Daten in deiner Property stecken.
  • Den Filter für erlaubte Domains anlegen, aber im Testmodus lassen. Nach einer Woche die Dimension “Name des Test-Datenfilters” prüfen.
  • Erst aktivieren, wenn in dieser Woche nichts ausgesperrt wurde, was zu dir gehört. Datum notieren.
  • Wenn du nicht weißt, welche Domains, Subdomains und Werkzeuge bei dir überhaupt messen: Der Tracking-Check listet jede Stelle auf, von der Daten in deine Property kommen, samt der Frage, welche davon zu dir gehören. Du bekommst in zwei Werktagen einen Befund, mit dem du den Filter ohne Verlust aktivieren kannst.
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